Das Tagebuch des Gefangenen Fritz Dolgner

Die Fotographien des Tagebuches wurde uns von der Ur-Ur-Ur-Enkelin von Fritz Dolgner übergeben mit der Erlaubnis es zu verwenden. Der Ursprüngliche oben Einband trug nur die Kennzeichnung “Tagebuch”, doch bei der Restauration wurde von der Familie die unten gezeigte Kontextualisierung als Zusatzinformation verwendet. Die Einleitung ist offenbar Original. Im linksseitigen Textfeld wurden diese beiden Elemente dem deutschsprachigem Teil des Tagebuches vorangestellt. Die rechtsseitige Transkription des Tagebuches wurde von Matthias Funk editiert.
Ein interessantes Gegenstück zu diesem Tagebuch ist der historische Roman “Prisioneiro de Guerra nos Açores”. Das Tagebuch zeigt bereits in der Frühphase ein ambivalentes Verhältnis zu den Portugiesen, indem es zwischen kritisierten Strukturen und positiv bewerteten Individuen sowie einer überwiegend germanophilen Bevölkerung differenziert. Der Roman zeigt wie diese beschriebene Ansätze unter längerer Zeitperspektive und nach dem Kriegsende zu einer konsistenteren Beziehung entwickeln k(o/ö)nnte. Insgesamt kann der Roman als zeitlich und narrativ ausgebaute Fortführung bereits im Tagebuch angelegter Interaktionen gelesen werden. Genauso zeigen beide Texte, wie stark die Selbstorganisation und das kulturelle Leben den Aufenthalt strukturierte. Auffällig sind dabei gewisse Parallelen, obwohl das Tagebuch nicht direkt als Quelle diente, sondern dort Familienerzählungen als Inspiration herangezogen wurden.

Deutscher Auszug aus dem zweisprachigem Tagebuch des deutschen Kriegsgefangenen Fritz Dolgner.
Transskription des deutscher Auszug aus Fritz Dolgners Tagebuch.